Webdesign-Trends 2020

Unsere Top10 der Webdesign-Trends 2020

Das neue Jahr ist noch grün hinter den Ohren und daher wagen wir den Blick in die Glaskugel. 2020 klingt nicht nur sehr futuristisch. Auch viele Techniken haben den Sprung auf die große Bühne, dem sogenannten Mainstream, geschafft. Hier sind unsere Top10 der Webdesign-Trends für das neue Jahr:

 

1. Inhalte sinnvoll mischen

Content ist King – das war lange Zeit der Fall. Doch nicht nur das „Was“ ist wichtig sondern auch das „Wie“ wird zukünftig an Bedeutung gewinnen. Zu Ende sind die Zeiten in denen ein Text als Erklärung genügt. Daher sollten wir uns Gedanken machen, wie wir die gewünschten Inhalte für den User möglichst leicht konsumierbar und verständlich gestalten. Zuvor ist eine ordentliche und genaue Zielgruppenanalyse sinnvoll, denn eine jüngere Zielgruppe wird Inhalte sicherlich anders verarbeiten als eine Zielgruppe älteren Semesters.

KI-gestuetzte Techniken

2. KI-gestützte Techniken

Virtuelle Assistenten wie Google Now und Siri werden durch ihren intelligenten „Voice over Text“-Service stetig beliebter: Laut OC & C Strategy Consultants wird erwartet, dass bis 2022 mehr als die Hälfte der Haushalte mit sogenannten „Smart Speaker Devices“ (z. B. Alexa) ausgestattet sein werden, welche jetzt schon alle möglichen Fragen beantworten können. Diese werden wie auch Chatbots immer mehr nach menschlichen Vorbildern programmiert, damit sie aus psychologischer Sicht noch zugänglicher werden. Wenn man User nach dem Grund befragt, warum sie diese Assistenten nutzen überwiegen meist das Zeitersparnis und dessen Effektivität gegenüber einer händischen Eingabe. Gerade im mobilen Internet, in dem Platz auf dem Bildschirm sowieso begrenzt ist, können diese neben der einfachen Bedienung durch ihre Kompaktheit punkten. Ein Beispiel wäre der 24/7-Support: Virtuelle Assistenten sind zwar teurer als ein FAQ-Bereich aber dennoch günstiger als ein Support-Team, wobei man selbstverständlich nicht den Wert eines persönlichen Ansprechpartners aus den Augen verlieren darf. Noch werden virtuelle Helfer von vielen Nutzern skeptisch beäugt, der Trend macht allerdings klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis die Stimme selbst als primäre Eingabe en vogue wird.

 

3. Animationen im Web

Ein altes Sprichwort bringt es in Zeiten, in denen sich die Aufmerksamkeitsspanne zunehmend verringert, auf den Punkt: “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Bewegtbilder gehen noch einen Schritt weiter und können durch ihre Animationen selbst komplexe Prozesse erklären. Dabei sorgt die Bewegung an sich schon für eine willkommene Abwechslung für das menschliche Auge. Dank ausgefeilteren Techniken wie WebGL und TweenMax, einer besseren Vernetzung und einer steigender Bandbreite (5G soll laut der Deutschen Telekom ab 2020 verfügbar sein), können Designer häufiger auf komplexe sowie dynamische Animationen zurückgreifen. Plugins, die nach Industriestandards programmiert und speziell für eine langsame Hardware ausgelegt wurden, können diese realisieren.

 

4. Full-Screen Videos

Der bessere Internetausbau kommt ebenfalls dem Videostreaming zu Gute. Kurze, relevante und verständliche Erklärvideos können User, die sich normalerweise nicht so lange auf der Seite aufgehalten hätten, eher fesseln und dadurch zu einer Conversion (Kontaktaufnahme, Kauf, etc.) ermutigen. Laut der Umfrage The State of Video Marketing 2019 schauen ganze 96% sich ein Video an, um sich näher über ein Produkt zu informieren. Mehr als 2/3 der Befragten ziehen sogar das Video dem Text vor und die Zahl wird sich zukünftig mit Sicherheit noch steigen.

Handgemachte Zeichnungen

5. Handgemachte Zeichnungen für mehr Gefühl

Bereits im letzten Jahr waren selbsterstellte Zeichnungen angesagt. Dieses Jahr gehen Designer noch ein Stück weiter und verleihen ihren Meisterwerken einen bewusst handgezeichneten, unvollkommenen und daher einzigartigen Look. Durch den deutlich weniger steril wirkenden Stil sticht die Seite bzw. Der Onlineshop aus der breiten Masse heraus und verleiht der Marke zeitgleich Charme, Lebensnähe und Persönlichkeit. Seiteninhalte können auf diese Art und Weise optimistischer auf den User wirken und diesen im besten Fall positiv beeinflussen, z. B. in besuchten Onlineshop einzukaufen.

 

6. Texte komfortabel aufbereiten

Bevor wir Texte für das Internet erzeugen, sollten wir uns zuvor über die aktuellen Lesegewohnheiten Gedanken machen. Auf der Suche nach Informationen „scannen“ wir meist nur nach den gewünschten Inhalten anstatt aktiv Wort für Wort zu lesen. Dies ist ein Resultat des täglichen Internetkonsums und eine Technik Herr über die enorme Menge an Informationen zu werden. Daher ist es von Vorteil, wenn wir die relevanten Informationen möglichst übersichtlich und für den User verständlich gestalten. So gehen wir unterbewusst auf den Besucher zu und vereinfachen die Verarbeitung der Inhalte soweit wie möglich. Eine aktive Sprache sowie die direkte Ansprache schaffen eine zusätzliche Bindung. Ein schöner Nebeneffekt von vielen Absätzen ist, dass viel Weißraum gegenüber einer Textwüste wesentlich einladender wirkt.

 

7. Besucher gezielt leiten

Als Betreiber von Webseiten und Onlineshops sollten wir uns ein genaues Bild machen, was der User wie und wo erwartet. Verlinkungen und Inhalte sollten wir daher logisch in den Informationsfluss integrieren. Der Gedanke dahinter ist, dass sich der Besucher intuitiv im Onlinemedium bewegt und nicht darüber nachdenkt. Zum Beispiel gehört das "Burgermenü" auf mobilen Endgeräten in Web und Apps schon längst zum Usus. Wir haben gelernt, dass sich die Navigation dahinter verbirgt und als Folge setzt sich das Burgermenü peu a peu auch auf stationären Computern durch. Ebenfalls dazugehörend sind klare Strukturen und intuitiv verständliche Hierarchien. So können sich Besucher wieder voll auf die Inhalte konzentrieren und in die Thematik eintauchen anstatt sich erst einmal zurecht finden zu müssen.

 

8. Asymmetrie und Split-Screen

Ein weiterer Trend, der 2019 aufkam, war die asymmetrische Gestaltung einer Webseite. Designer begannen sich von etablierten Gestaltungslinien zu trennen und die Ästhetik deutlicher in den Vordergrund zu stellen, um ein High-End-Produkt zu erstellen. Leider konnte sich dieser Trend noch nicht im sogenannten Mainstream durchsetzen, da sich bekannte Gestaltungsmuster wie z. B. der Blocksatz, durch jahrelangen Einsatz in den Köpfen festsetzen konnten. Durch aber immer modernere Arbeitsplätze mit zwei Monitoren bzw. Menüs, welche auf mobilen Endgeräten in den sichtbaren Bereich gezogen werden, etabliert sich mehr und mehr ein asymmetrisches Arbeitsumfeld. Als Folge findet der sogenannte Split-Screen als Stilmittel im Webdesign immer mehr Anklang. Beispielweise können emotionale Texte und ein großflächiges Bild sich sinnvoll ergänzen und den Besucher mit einem guten "Call To Action"-Element zu einer Handlung motivieren. So können auch Themen visuell voneinander getrennt werden. Inhalte einer Webseite erscheinen nicht mehr als ein großes Informationsbündel sondern als mehrere kleine Teile. Auf diese Art und Weise kann der Besucher intuitiv entscheiden, welche Informationen für Ihn wichtig sind und welche weniger.

Übergroße Elemente

9. Übergroße Elemente

Beim Thema „Asymmetrie“ gehen wir noch einen Schritt weiter und begutachten die einzelnen Elemente: Damit der User möglichst schnell und effizient an die gesuchten Inhalte kommt, ist es ratsam mit Gestaltungskontrasten arbeiten. Eine möglichst klare und schnell verständliche Kommunikation kann mittels übergroßen Elemente, die sich von anderen Infoelementen unterscheiden, erzielt werden. Dabei geht es nicht nur um Textbausteine sondern ebenfalls um Videos und Bilder. Sie dienen als Eyecatcher und lassen Besucher schnell wissen, welche Inhalte dargestellt werden. Pro Block sollten wir nur ein Thema behandeln, um den User nicht zu verwirren, wenn dieser auf die Schnelle Infos sucht, diese aber nicht findet, obwohl sie in der Suchmaschine noch angezeigt wurde. Dies ist zwar keine wirklich große Neuigkeit aber gewinnt im Jahr 2020 stetig an Bedeutung.

 

10. Weißraum zum Atmen lassen

Der Begriff „Weißraum“ stammt ursprünglich aus der Typografie und beschreibt den Raum, der keine Inhalte enthält und daher unbedruckt, sprich weiß, bleibt. Mit der Zeit hat sich der Begriff auch in der digitalen Gestaltungswelt durchgesetzt. In 2020 setzt sich der Trend fort die Gestaltung, z. B. einer Webseite, wieder atmen und einzelne Elemente richtig wirken können – durch die Abgrenzung gewinnen sie zusätzlich an Bedeutung. Leerer Raum heißt also nicht unbedingt, dass dieser verschenkt ist. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn dieser lässt zu, dass empfangene Informationen (ausdrucksstarke Headlines, farbenfrohe Bilder etc.) vom Besucher verarbeitet werden bevor er neue erhält. Gerade bei einer jüngeren Zielgruppe ist dies sehr wichtig, da sie sich intensiver im digitalen Raum aufhält und daher sehr selektiv vorgeht. Sollte eine Webseite daher zu textlastig wirken, neigen viele der User dazu die Seite schnell wieder zu verlassen, wenn ihm der Aufwand an eine Information zu kommen zu hoch erscheint.

 

Fazit:

Durch Assistenten wie Alexa und Co. wird uns der Zugang zu Services um einiges erleichtert und durch Voice Control angenehmer gestaltet. Das Webdesign reagiert auf die Fülle an Informationen und dessen geringe Halbwertszeit, weswegen Designer noch mehr Wert auf ein positives Benutzererlebnis legen. Durch unser Verhalten im digitalen Raum sollen Inhalte optisch einfacher erfassbar und die Wahl der dargestellten Medien, z. B. Animationen, Videos, Textelemente, soll noch besser durchdacht werden. Im Jahr 2020 liegt also der Fokus noch deutlicher auf dem Konsumenten und dessen Führung durch die Webseite bzw. den Onlineshop.