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Unsere Webdesign-Trends 2021

In diesem Jahr teilen wir die neuen Webdesign Trends 2021 in drei große Segmente mit jeweiligen Unterpunkten auf. Wir schauen uns einmal die Neuerungen unter der Haube (das sogenannte Backend) an, untersuchen was sich auf Benutzerseite tut (das Front-End) und abschließend blicken wir auf die prägende Designentwicklungen im neuen Jahr 2021. Alle Neuerungen und Webdesign Trends 2021 zielen darauf ab, Inhalte schnell zugänglich, sicher, angenehm und so einfach wie möglich für den User zu gestalten.

Neues im Backend: Smarte Technik

Inhalte smart laden

Nicht optimierte grafische Bildelemente können sehr bandbreitehungrig sein. Das ist zwar in vielen Städten dank 4G (bzw. zukünftig 5G) weniger das Problem. In ländlicheren Gegenden ist das allerdings oft noch der Fall, dass man sich mit weniger begnügen muss. Dazu kommen eventuelle Third-Party-Plugins, die die Performance, also eine Auslieferung zum Besucher, in die Knie zwingen und somit unangenehm verzögern.

 

Glücklicherweise können wir diese Dank smarter Entwicklung nur dann laden lassen, wenn er tatsächlich benötigt wird, wie beispielweise „Lazy Loading“: Hierbei werden Inhaltselemente als nicht kritisch eingestuft und somit nur vom Browser (Google Chrome, Firefox, Microsoft‘s Edge) geladen, wenn der User diese tatsächlich braucht. Ähnlich verhält es sich mit „Infinite Scrolling“, die man aus sozialen Netzwerken oder Online Shops kennt: Anstatt aber einzelne Inhaltselemente zu laden, werden bei Bedarf ganze Seitenabschnitte geladen. So entsteht der Eindruck, man surfe auf einer endlos langen Seite. Dies hat einen positiven, psychologischen Effekt. Solange der User kein eindeutiges Ende erfährt, wird er automatisch durch das Storytelling ermutigt weiter zu scrollen. Beide Techniken unserer Webdesign Trends 2021 können helfen die User Experience zu steigern und die „Conversation Rate“, „Click-Through-Rate“ sowie das Suchmaschinenranking positiv zu beeinflussen.

Personalisierte Inhalte anzeigen

Eine Frage an Sie: Würden Sie einen Onlineshop durchforsten, wenn er Ihnen keine (oder artverwandte) Produkte anzeigt, nach denen Sie tatsächlich suchen? Vermutlich würden Sie dasselbe tun, wie ganze 60% der User, denen es ähnlich geht – nämlich zum konkurrierenden Shop wechseln. Als Onlineshop-Besitzer ist das selbstverständlich ein absolutes No-Go, denn Besucher sind es mittlerweile gewöhnt, dass sich eine Plattform auf Ihre Bedürfnisse einstellt.

 

Heutzutage werden Benutzer nicht selten getrackt, dass heißt das deren Verhalten und die Klickwege im eigenen Shop mitgeschnitten werden. Als Folge dessen spielt dieser aus, was dem potentiellen Kunde vielleicht gefallen könnte. Nicht selten stößt er auf ein weiteres Produkt, dass ihn interessiert und im besten Fall gleich mitbestellt. Ähnlich verhält es sich z. B. mit News-Portalen: Inhalte eines bestimmten Themas gewinnen an Bedeutung und werden daher an höherer Stelle ausgespielt. Dies kann durch die Präferenz des Besuchers ermittelt werden. Dadurch wird die Verweildauer auf der jeweiligen Seite erhöht und Suchmaschinen wie Google bewerten diese Seite dann als wichtiger, was das Ranking positiv beeinflusst.

IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz

Selbst 2020 erkennen noch viele Organisationen erst spät Angriffe aus dem digitalen Raum und können dann nur noch auf diese reagieren. Im Data Breach Investigations Report (DBIR) 2019 von Verizon steht, dass das Erkennen eines Angriffes bei 56 Prozent der Verstöße im Jahr 2018 mindestens einige Monate dauert. Damit hat der Angreifer genügend Zeit sich in aller Ruhe umzuschauen und entsprechende Schäden zu verursachen. Im März 2019 wurde z. B. der Aluminiumhersteller Norsk Hydro getroffen, dessen Zugriff auf die eigene Produktionssystem verhindert wurde. Führende Unternehmen wollen sich daher in eine proaktive Stellung begeben, um finanzielle sowie Image-Schäden möglichst abzuwehren.

 

Gegenüber traditionellen Methoden bieten „Künstliche Intelligenz“ und „Maschine Learning“ eine ganze Reihe von wertvollen Vorteilen. Algorithmen, welche auf diesen Methoden basieren, überwachen nicht nur eine Vielzahl an täglichen Aktivitäten sondern können sehr schnell Muster erkennen sowie Risikobereiche vorhersehen. Diese können auch als Ursachenanalyse dienen und das eigene IT-Team stets fokussiert unterstützen: So wird auch das Nutzerverhalten von immer menschlich werdenden Bots untersucht und besser verstanden, was zukünftige, potentielle Angriffe schwieriger macht.

Frontend: Näher an den Nutzer

Längere Interaktivität

Was sich im Social Media schon etabliert hat, befindet sich aktuell auf dem Vormarsch auf Webseiten und Onlineshops und ist einer der heißesten Webdesign Trends 2021. Über interaktive Sektionen lernen Sie spielend über Besucher Ihrer Webpräsenz und erhöhen nicht nur das Engagement mit Ihrer Zielgruppe sondern auch die Verweildauer und somit die Bedeutung für Google.

 

Die Möglichkeiten sind enorm: Vom einfachen Rechner, über Abstimmungen bis zu Quizze ist alles möglich. Beispielweise können Sie in Ihrem Onlineshop einen kreativen Wettbewerb in den sozialen Medien mit einem bestimmten Artikel mit einem Rabatt auf den nächsten Einkauf verknüpfen. Das erhöht nicht nur die Reichweite und das Image Ihrer Marke, sondern stärkt auch die Zugehörigkeit zu Ihrem Shop. Und wäre das nicht genug, können die Daten verwendet werden, um die angezeigten Artikel beim nächsten Besuch treffender auszuspielen.

Voice-Activated Interfaces werden smarter

Seit der ersten Veröffentlichung von Siri im Jahr 2011 hat sich einiges getan: Wenn man bedenkt, dass beinahe die Hälfte aller Suchanfragen im Internet durch ein Voice Interface ausgelöst werden, ist das bemerkenswert. Circa 30 % aller Anfragen kommen dabei ausschließlich über den Sprachassistenten. Hier spielen aber Smart Speaker wie z. B. Google Home, Amazon Alexa/Echo und weitere eine große Rolle. Laut Google verwenden knapp 1/3 der Smartphone User regelmäßig den Google Assistent, welcher mittlerweile mehr als 100 Sprachen erkennt. Das hat den Hintergrund, dass es zum einen bequemer ist, die Frage gesprochen zu stellen und es zum anderen Zeit einspart.

 

Mittlerweile bestellen 43% der Smart Speaker Besitzer (über 200 Millionen Geräte weltweit) über diesen ihre Produkte im Internet. Ganze 72 % nutzen diese sogar täglich. Durch die steigende Akzeptanz der Sprachassistenten gehen wir davon aus, dass in den nächsten Jahren die Zahlen weiter steigen werden. Besonders wenn man bedenkt, dass diese durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz immer menschlicher werden, macht es also durchaus Sinn, die eigene Seite für die Sprachsuche anstelle eine herkömmlichen Textsuche zu optimieren. Die Zahlen sprechen dafür, dass dieser Trend noch eine ganze Weile anhalten wird - vermutlich sogar eine Entwicklung im Umgang mit digitalen Medien darstellt, in der das visuelle Interface peu a peu reduziert und eventuell eines Tages ganz verschwinden wird.

Augmented Reality und Virtual Reality

2016 war das Jahr des „Virtual Reality Hypes“. Seitdem wurde die Technik immer besser und findet langsam in abgewandelter Form Einzug in Webseiten und Onlineshops. Die immer besser werdende Kameras in den Smartphones werden für immer kreativere Ideen genutzt: Ein sehr gutes Beispiel dafür ist IKEA: Sie bieten via AR (Agumented Reality) die Möglichkeit über das Smartphone das gewünschte Möbelstück im eigenen Raum darzustellen. Oder Airbnb: Sie bieten dem User die Möglichkeit an das Apartment zu besichtigen, bevor man es gebucht hat. Diese sinnvollen Erweiterungen können für Besucher DAS ausschlaggebende Kaufargument sein und werden mit Sicherheit noch weiter ausgebaut.

 

Doch auch „Virtual Reality“ findet immer mehr Anwendungen in der Industrie. So werden Projektvorführungen der etwas anderen Art immer mehr Anklang finden. Sei es den Rundgang in einem geplanten Gebäudekomplex oder die Darstellung einer neuen Produktionsmaschine. Mittels Virtual Reality Brillen können Sie Kunden direkt in Ihre Vision führen und selbst komplexe Vorgänge verständlich darstellen. Nicht selten sorgt diese Erfahrung für Staunen und dieser Effekt sollte, gerade bei einer wichtigen Präsentation, nicht unterschätzt werden.

Design: Von natürlich zu durchgestylt

Daumenfreundliche Navigation

Im Jahr 2021 sollte die responsive Darstellung einer Webseite oder eines Onlineshops eigentlich kein Thema mehr sein: Die Zugriffszahlen von mobilen Endgeräten steigen stetig an. Der „Mobile-First“-Index von Google kommt ab März 2021 zum Einsatz, der besagt ,dass nicht auf mobile Endgerät optimierte Internetauftritte mit einem schlechteren Ranking abgestraft werden und somit schlechter gefunden werden.

 

Daher überlegen sich Webdesigner wie sie das Erlebnis im virtuellen Raum noch nutzerfreundlicher gestalten können. Da seit einiger Zeit der Trend hartnäckig anhält, dass die Bildschirmgrößen stetig wachsen, versucht man die Gestaltung für die Bedienung zu optimieren. Dafür muss man allerdings verstehen, wie die meisten User ihr Smartphone bedienen: Das Gerät wird mit den Fingern gehalten, während der Daumen die meiste Arbeit erledigt. Da wird es schwierig Bedienelemente, zu erreichen, die sich außerhalb der Reichweite des Daumens befinden – ohne das dieser sich zu sehr strecken oder verrenken muss. Solche Elemente können Navigationsmenüs oder Kontaktbuttons sein. Daher macht es durchaus Sinn, die eigene Seite auch auf diesen Aspekt zu optimieren, um nicht nur die Bedienung für User zu erleichtern sondern auch die User Experience deutlich zu steigern.

Fluide Formen und frische Farbenschemas

Geometrische Formen haben sich in den letzten beiden Jahren etabliert aber im Jahr 2021 sind die organischen und fluiden Formen auf dem Vormarsch. Natürliche Erscheinungen wie beispielsweise Flüsse oder Hügel dienen im Web- und Appdesign als Inspirationen. So werden nicht nur mit bekannten Mustern, wie modularen, kachelähnlichen Aufbauten, an die wir uns mittlerweile durch responsive Gestaltungen gewöhnt haben, gebrochen. Auf diese Art und Weise können auch einzelne Sektionen, z. B. Bereiche mit besonderem Augenmerk oder Footer bewusst aus dem Informationsfluss gehoben werden und interessanter sowie natürlicher dargestellt. Bei gänzlichem Verzicht auf gerade Linien und rechte Winkel kann das Ergebnis beim Besucher Eindruck hinterlassen.

 

Verknüpft man diese mit einem speziell auf die Zielgruppe abgestimmten Farbschema (z. B. Alter, Geschlecht, Ethnie etc.) können diese besondere Emotionen wecken und die Besucher im besten Fall an die eigene Marke binden. Beispielweise können erdähnliche, natürliche Farbtöne die Botschaft einer Webseite unterstreichen und verstärken, welche sich mit Umweltschutz befasst. Dabei sollte man aber auch das bewusste Brechen von Erwartungen bzw. Farbharmonien nicht unterschätzen, um bestimmte Akzente zu setzen. Kontraststarke Kombinationen haben dabei den Vorteil, dass sie auch von Personen mit Farbschwächen unterschieden werden können und somit zur Barrierefreiheit beisteuern.

Künstlerische Illustrationen

Stock Fotos können bei gut dosierten Einsatz unterstützend wirken. Jedoch sollten diese nie ein Ersatz für authentische, eigens produziertes Bildmaterial darstellen, denn: Bei übermäßigen Gebrauch und fehlender Anpassung wirken Webseiten und Shops leider schnell generisch, blass und austauschbar. Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben talentierte Designer dank stetig weiterentwickelnden Technologien begonnen künstlerische sowie thematisch unterstützende Illustrationen zu kreieren: Sie verleihen der Unternehmensseite nicht nur einen frischen Anstrich sondern geben dem Produkt damit einen persönlichen, hochwertigen Touch, welcher das Thema positiv auflädt und emotional weit mehr Gewichtung gibt. In einem rein digitalen Geschäftsfeld, in dem Kleinigkeiten den Unterschied machen, können solch lebendige, handgemachte Illustrationen mit Ecken und Kanten beim Betrachter im Kopf hängen bleiben, weswegen sie sich später gerade an Sie erinnern und vielleicht sogar weiterempfehlen werden.

Minimaldesign, Neomorphismus und Text-Only Hero Images

Der Minimalismus ist seit einiger Zeit stark im Aufwärtstrend, da der Nutzerkomfort klar im Vordergrund steht, welche nicht nur auf großen 4K-Bildschirmen funktioniert sondern ebenso auf den allerkleinsten. Denn: Es warten keine Unmengen von Textwänden oder kunterbunten Buttons auf den User sondern ein durchdachtes Konzept: Bedienkomfort und Funktion vor Design. Inhalte sollen den nötigen Raum bekommen, um wirken zu können. Funktionen sollen intuitiv erkannt werden und nicht einer umfangreichen Erklärung begleitet werden, durch die ein Nutzer sich zu erst wühlen muss. Das ist ist nicht nur mühsam sondern auch abschreckend und meist nicht zielführend. Authentische Bilder, viel Weißraum (Raum, der frei von Elementen ist) und ein schönes Storytelling mit einer einzigen Handlungsaufforderung kann Wunder wirken. Beachtet man diesen Grundsatz lässt sich ein Besucher wesentlich besser führen, damit er auch da rauskommt, wo der hin soll. Das hat auch eine positive Auswirkung auf die Suchmaschinenoptimierung, denn: Suchmaschinen wie Google, Bing und Co. lieben Webseiten, welche einen optimierten Nutzerkomfort bieten.

 

Das die minimalistische Gestaltung aber nicht einfallslos sein muss, zeigt die Idee von „Neomorphismus“. Dieser distanziert sich von einer gewollt flachen Darstellung und erzeugt mit weichen Lichter und Schatten nicht nur dreidimensionale Tiefe. Dadurch werden Elemente wie Call-To-Actions bewusst abgegrenzt und sorgen so für den gewünschten Fokus. Wichtig dabei ist, dass die Schatten subtil zu halten und nicht zu sehr in den Vordergrund zu rücken, da sie sonst zu sehr von den Bedienelementen der Webseite oder des Onlineshops ablenken und der Effekt sowie die Benutzerführung dahin ist. Da der Trend noch neu ist, sorgt die ungewöhnliche Gestaltung, kombiniert mit Textbildern, für ein frisches, unverbrauchtes Gefühl, der sich auch auf den Inhaber übertragen kann: Modern und zukunftsorientiert.

 

Solche Textbilder können beispielsweise Text-Only Hero Images, zu deutsch „Text-Titelbilder“, sein. Zeitungen sowie Webseiten zeigen die wichtigsten Informationen auf dem Teil der Seite, der als erstes sichtbar ist - man spricht auch von der „Hero Section“. Ein aktueller Trend entfernt große, aufwendige Hintergrundbilder und nutzt den Platz stattdessen für eine große Überschrift als Eyecatcher. Die Wahl einer unorthodoxen, schweren Schrift kann schnell die Aufmerksamkeit von Besuchern wecken und bewusst einen Stilbruch darstellen. Kombiniert man solche Text-Only Hero Images mit beispielsweise dem Neomorphismus kann schnell ein richtig moderner Look entstehen. Ein längerer Aufenthalt auf einer Seite übt sich übrigens auch positiv auf das Ranking in Suchmaschinen aus. Hier ergänzen sich die einzelnen Disziplinen und arbeiten auf ein ganzheitliches, positives Gesamtbild mit einem gemeinsamen Gedanken: Den Besuch der eigenen Webseite bzw. des eigenen Onlineshops so einfach, angenehm und intuitiv zu gestalten.

Fazit:

In 2021 geht es schon wie im aktuellen Jahr darum, das Besuchererlebnis auf Webseiten und Onlineshops zu steigern und so angenehm und intuitiv wie möglich zu gestalten. Ein besonderes, ausgeklügeltes Design kann nicht nur Emotionen wecken sondern auch die SEO (Suchmaschinenoptimierung) unterstützen. Zusätzlich nützen wir nicht nur den technischen Fortschritt (Stichwort: Künstlerische Intelligenz) für mehr Sicherheit sondern Inhalte sollen auch möglichst smart eingebunden und auf möglichst vielen Endgeräten, wie Smart Speaker (Sprachassistenten) verfügbar sein. Wie schon in 2020 gehen wir weiter auf den Besucher und Benutzer zu und sind sehr gespannt, wie der technologische Fortschritt sowie zukünftige Gestaltungstrends Webseiten und Onlineshops formen werden.